UV-Strahlung ist der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs, aber nicht der einzige. Auch der Hauttyp, genetische Faktoren, bestimmte Medikamente und Erkrankungen können das individuelle Risiko beeinflussen.
UV-Strahlung
Schätzungen zufolge sind rund 90 % der Fälle von weißem Hautkrebs (NMSC) mit UV-Strahlung durch Sonne oder Solarien verbunden.¹ Häufige und intensive UV-Belastung zählt daher zu den wichtigsten Risikofaktoren für weißen Hautkrebs.
Ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) ist ein für das menschliche Auge unsichtbarer Bestandteil des Sonnenlichts. Man unterscheidet drei Arten: UVA-, UVB- und UVC-Strahlung.

Während UVA- und ein Teil der UVB-Strahlung die Erdoberfläche erreichen, wird UVC-Strahlung von der Atmosphäre absorbiert. UVA- und UVB-Strahlung unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich ihrer Wellenlänge, Energie und Eindringtiefe in die Haut:
- UVB-Strahlung hat eine kürzere Wellenlänge und wirkt vor allem in der äußeren Hautschicht, der Epidermis.
- UVA-Strahlung hat eine längere Wellenlänge und kann tiefer bis in die Dermis eindringen.
UVA-Strahlung trägt wesentlich zur vorzeitigen Hautalterung bei, wobei UVB- Strahlung Sonnenbrand verursacht. Sowohl UVA- als auch UVB-Strahlung können die Haut und das Erbgut der Hautzellen schädigen und zur Entstehung von Hautkrebs beitragen.
Hauttyp
Der Hauttyp beeinflusst, wie empfindlich die Haut auf UV-Strahlung reagiert. Nach der vom amerikanischen Dermatologen Thomas Fitzpatrick entwickelten Klassifikation werden sechs Hauttypen unterschieden. Unabhängig vom Hauttyp kann UV-Strahlung die Haut schädigen. Sonnenschutz ist daher für alle Hauttypen wichtig.2,3
| Typ | Hauttyp | Typische Merkmale | Reaktion auf UV-Strahlung |
| I | Sehr hell | Augen: häufig blau Haare: blond oder rötlich Haut: sehr hell |
Sehr UV-empfindlich, bräunt kaum oder nicht und bekommt sehr schnell einen Sonnenbrand. |
| II | Hell | Augen: unterschiedliche Farben; Haare: blond bis braun Haut: hell |
Bräunt wenig und bekommt häufig einen Sonnenbrand. |
| III | Mittel | Augen: unterschiedliche Farben Haare: dunkelblond bis braun Haut: hell bis leicht gebräunt |
Bräunt allmählich und bekommt gelegentlich einen Sonnenbrand |
| IV | Hellbraun | Augen: braun bis dunkelbraun Haare: dunkelbraun Haut: hellbraun bis olivfarben |
Bräunt schnell und bekommt selten einen Sonnenbrand. |
| V | Dunkelbraun | Augen: dunkelbraun Haare: dunkelbraun bis schwarz Haut: dunkelbraun |
Bräunt sehr leicht und bekommt sehr selten einen Sonnenbrand. |
| VI | Sehr dunkel | Augen: dunkelbraun Haare: schwarz Haut: sehr dunkelbraun bis schwarz |
Sehr stark pigmentierte Haut; Sonnenbrand tritt selten auf. |
Medikamente
Neben UV-Strahlung können auch bestimmte Medikamente das Risiko für UV-bedingte Hautschäden beeinflussen.
Einige Medikamente, darunter bestimmte Tetracycline, Fluorchinolone und nichtsteroidale Antirheumatika, können die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Bei UV-Exposition kann dies das Risiko für Hautreaktionen und UV-bedingte Hautschäden erhöhen.⁴
Darüber hinaus können immunsuppressive Medikamente, die beispielsweise nach einer Organtransplantation eingesetzt werden, das Risiko für bestimmte Formen von Hautkrebs erhöhen.⁵
Erbliche Erkrankungen
Auch bestimmte erbliche Erkrankungen können mit einem erhöhten Risiko für Hautkrebs einhergehen. Dazu zählt beispielsweise das Gorlin-Goltz-Syndrom (Basalzellnävus-Syndrom), das mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Basalzellkarzinomen einhergeht.
Weitere seltene genetische Erkrankungen und Syndrome wie Albinismus, Xeroderma pigmentosum, das Muir-Torre-Syndrom oder Epidermolysis bullosa können ebenfalls mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von weißem Hautkrebs verbunden sein.⁶
Referenzen:
- Kim IY, He YY. Ultraviolet radiation-induced non-melanoma skin cancer: Regulation of DNA damage, repair and inflammation. Genes & Diseases. 2014;1:188–198.
- Bundesamt für Strahlenschutz. Optische Strahlung: UV-Strahlung – Sonne – Solarien – Infrarot-Strahlung – Laser.
- Widemar K and Falk M. Sun Exposure and Protection Index (SEPI) and Self-Estimated Sun Sensitivity. The Journal of Primary Prevention. 2018; 39: 437-451.
- Kaae J, et al. Photosensitizing Medication Use and Risk of Skin Cancer. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev. 2010; 19(11): 2942-2949.
- Kuijken I, Bavinck JN. Skin cancer risk associated with immunosuppressive therapy in organ transplant recipients: epidemiology and proposed mechanisms. BioDrugs. 2000;14(5):319-329.
- Jaju PD, et al. Familial skin cancer syndromes: Increased risk of non-melanocytic skin cancers and extracutaneous tumors. J Am Acad Dermatol. 2016; 74(3): 437-454.