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Die verschiedenen Arten von Hautkrebs verstehen

Hautkrebs ist ein Sammelbegriff für bösartige Veränderungen der Haut. Er entsteht häufig an sonnenexponierten Bereichen wie Kopfhaut, Gesicht, Lippen, Ohren, Hals, Brust, Armen und Händen. Hautkrebs kann Menschen aller Hauttypen betreffen, einschließlich Personen mit dunkler Haut.

Je nachdem, aus welchen Hautzellen der Krebs entsteht, lassen sich verschiedene Arten von Hautkrebs unterscheiden, die jeweils eigene Merkmale aufweisen.

Zu den Hauptformen von Hautkrebs zählen das Melanom und der weiße Hautkrebs (NMSC). Beide entstehen in Zellen der Epidermis, der äußersten Hautschicht des Körpers.

Zu den häufigsten Formen des weißen Hautkrebses zählen das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom.

Basalzellkarzinom

Basalzellkarzinome (Basaliome, BCC) entstehen aus Basalzellen der Epidermis, wenn sich diese unkontrolliert vermehren. Die Entstehung von BCC steht insbesondere mit einer langfristigen UV-Belastung der Haut in Zusammenhang. Werden sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, können sie lokal in das umliegende Gewebe einwachsen.

UV-Strahlung kann die DNA der Basalzellen schädigen. Können diese Schäden durch die natürlichen Reparaturmechanismen der Zellen nicht ausreichend behoben werden, können sich veränderte Zellen unkontrolliert vermehren und einen Tumor bilden.

Neben der UV-Belastung können weitere Faktoren das Risiko für ein Basalzellkarzinom erhöhen. Dazu zählen bestimmte genetische Erkrankungen wie Xeroderma pigmentosum und das Gorlin-Goltz-Syndrom sowie eine Arsenbelastung. Basalzellkarzinome können außerdem an Narben entstehen.

Das Basalzellkarzinom ist mit 75–80 % der diagnostizierten Fälle die häufigste Form des weißen Hautkrebses. Metastasen treten jedoch äußerst selten auf. Etwa 80 % dieser Tumoren treten am Kopf, am Gesicht oder am Hals auf – Bereiche, die besonders häufig der Sonne ausgesetzt sind. Nur in etwa 5 % der Fälle sind Arme und Beine betroffen.

Basalzellkarzinome wachsen in der Regel langsam. Dennoch können sie in tiefere Gewebeschichten, beispielsweise in den Knochen, einwachsen.

Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Die höchste Häufigkeit dieser Tumoren tritt bei Personen zwischen 65 und 69 Jahren auf.

Basalzellkarzinome lassen sich anhand ihrer Merkmale in verschiedene Formen unterteilen.

Noduläres Basalzellkarzinom
Noduläre Basalzellkarzinome zeigen sich häufig als hautfarbene bis rötliche Knoten. Ihre Oberfläche kann weißlich und glänzend erscheinen, wobei häufig kleine Blutgefäße sichtbar sind. Die Tumoren können im weiteren Verlauf aufbrechen und bluten. Bei nodulären Basalzellkarzinomen ist das betroffene Gewebe meist gut vom angrenzenden gesunden Gewebe abgrenzbar.

Infiltratives Basalzellkarzinom
Infiltrative Basalzellkarzinome können aufgrund ihres Erscheinungsbilds mit Narben verwechselt werden. Innerhalb des Tumors können kleine Blutgefäße sichtbar sein. Im Gegensatz zum nodulären Basalzellkarzinom ist die Abgrenzung gegenüber dem angrenzenden gesunden Gewebe häufig schwieriger. Der Tumor kann sich über den äußerlich sichtbaren Bereich hinaus ins angrenzende Gewebe ausdehnen.

Ulcus rodens
Basalzellkarzinome können tiefer in die Haut einwachsen und zu einem Verlust von Hautgewebe führen. Diese Form wird als Ulcus rodens bezeichnet.

Ulcus terebrans
Diese ausgeprägte Form kann sich aus einem über längere Zeit unbehandelten Basalzellkarzinom entwickeln. Der Tumor wächst dabei zunehmend in tiefer liegendes Gewebe ein.

Plattenepithelkarzinom

Plattenepithelkarzinome (Spinaliome, SCC) entstehen aus Zellen des Plattenepithels der Epidermis, wenn diese unkontrolliert vermehren. Eine langfristige UV-Belastung ist ein wesentlicher Risikofaktor. SCC können schneller wachsen als Basalzellkarzinome und in bestimmten Fällen metastasieren.

UV-Strahlung kann die Zellen der Epidermis schädigen und Veränderungen der DNA verursachen, die zur Entstehung eines Plattenepithelkarzinoms beitragen können.

Plattenepithelkarzinome können sich auch im Bereich von Narben oder lang anhaltenden entzündlichen Wunden entwickeln. Im Bereich der Mundhöhle können zudem Alkohol- und Tabakkonsum das Risiko erhöhen.

Auch Menschen mit einem geschwächten oder medikamentös unterdrückten Immunsystem, beispielsweise nach einer Organtransplantation, haben ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Plattenepithelkarzinoms. Bestimmte genetische Erkrankungen wie Xeroderma pigmentosum können das Risiko ebenfalls erhöhen.

Häufigkeit und Verteilung:

  • Das Plattenepithelkarzinom ist die zweithäufigste Form des weißen Hautkrebses und macht etwa 22 % der Hautkrebsfälle aus.
  • Metastasen können sich über Blut- oder Lymphgefäße ausbreiten; dies wird jedoch nur in etwa 5 % der Fälle beobachtet.
  • Rund 80 % dieser Tumoren treten an besonders sonnenexponierten Bereichen wie Kopfhaut, Gesicht, Nasenrücken, Wangen, Ohren und Hals auf.
  • Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
  • Am häufigsten sind Männer im Alter von 70 bis 74 Jahren und Frauen im Alter von 75 bis 79 Jahren betroffen.

Bestimmte Hautveränderungen können der Entwicklung eines Plattenepithelkarzinoms vorausgehen. Dazu zählen insbesondere die aktinische Keratose und Morbus Bowen.

Eine aktinische Keratose kann sich zunächst als rötlicher, rauer oder schuppiger Hautbereich zeigen. Aus einer solchen Veränderung kann sich im weiteren Verlauf ein Plattenepithelkarzinom entwickeln.

Plattenepithelkarzinome können leicht verletzt werden und bluten. Dadurch können sich Krusten im betroffenen Hautbereich bilden.

Zur Beurteilung der Ausdehnung eines Tumors können je nach Befund weitere Untersuchungen erforderlich sein. Dazu können beispielsweise die Untersuchung der regionalen Lymphknoten, eine Lymphknotensonographie sowie, bei entsprechender Indikation, bildgebende Verfahren wie CT oder MRT gehören.

Melanom

Das Melanom entsteht aus den Melanozyten. Diese Zellen bilden das Hautpigment Melanin und befinden sich in der unteren Schicht der Epidermis. Im Vergleich zu weißem Hautkrebs besteht beim Melanom ein höheres Risiko einer frühzeitigen Metastasierung, weshalb eine möglichst frühe Diagnose und Behandlung besonders wichtig sind.

Melanozyten produzieren das Pigment Melanin, das unter anderem für die Hautpigmentierung verantwortlich ist. Bei einer bösartigen Veränderung dieser Zellen kann ein malignes Melanom entstehen, das in angrenzendes Gewebe einwachsen und Metastasen bilden kann.

Schwere Sonnenbrände, insbesondere mit ausgeprägter Rötung und Blasenbildung, zählen zu den Risikofaktoren für die Entwicklung eines Melanoms. Sonnenbrände im Kindes- und Jugendalter können das spätere Erkrankungsrisiko erhöhen. Menschen mit heller Haut sowie mit roten oder blonden Haaren haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko.

Nävi (Einzahl: Nävus), umgangssprachlich Muttermale, sind gutartige Veränderungen pigmentbildender Zellen. Sie können rund oder oval sein, klar erkennbare Ränder aufweisen und gleichmäßig gefärbt sein.

Eine frühzeitige Erkennung des Melanoms ist wichtig, da die Behandlungsaussichten in frühen Krankheitsstadien in der Regel deutlich besser sind.>

Erkennung verdächtiger Hautveränderungen

Zur Beurteilung auffälliger pigmentierter Hautveränderungen kann die sogenannte ABCDE-Regel eine erste Orientierung geben:

A = Asymmetrie
Die Form der Hautveränderung ist asymmetrisch oder unregelmäßig.

B = Begrenzung
Die Hautveränderung weist unregelmäßige, unscharfe oder gezackte Ränder auf.

C = Colour (Farbe)
Die Hautveränderung weist unterschiedliche Farbtöne oder eine ungleichmäßige Pigmentierung auf.

D = Durchmesser
Größen- und Durchmesseränderungen können bei der Beurteilung berücksichtigt werden.

E = Entwicklung
Veränderungen in Größe, Form, Farbe oder Erscheinungsbild können ein wichtiges Warnzeichen sein.