Fortschritte in der Medizintechnik haben das Spektrum der verfügbaren Behandlungsansätze für weißen Hautkrebs (NMSC) erweitert. Dazu zählen verschiedene physikalische Therapien, die Wirkprinzipien wie Licht, Strahlung oder radioaktive Isotope nutzen, um Tumorgewebe gezielt zu behandeln.
Diese Therapien können für ausgewählte Patienten geeignet sein. Welche Behandlung infrage kommt, hängt unter anderem von der Art, Größe, Tiefe und Lage des Tumors sowie von individuellen Behandlungszielen und weiteren klinischen Faktoren ab.
Dieser Artikel bietet einen Überblick über verschiedene physikalische Behandlungsansätze, die bei weißem Hautkrebs (NMSC) eingesetzt werden. Viele dieser Therapien kommen vor allem in frühen Krankheitsstadien zum Einsatz, können jedoch je nach individueller Situation auch in anderen Behandlungssituationen eine Rolle spielen.
Was sind physikalische Therapien?
Physikalische Therapien nutzen gezielt physikalische Wirkprinzipien, um einen therapeutischen Effekt im Behandlungsbereich zu erzielen. Im Unterschied zu medikamentösen Behandlungen nutzen diese Verfahren beispielsweise Licht, ionisierende Strahlung oder radioaktive Isotope, um gezielt auf das zu behandelnde Gewebe einzuwirken.
Je nach eingesetzter Technologie kann die Behandlung Folgendes umfassen:
- Lichtenergie
- Ionisierende Strahlung
- Radioaktive Isotope
- Lokale Bestrahlungssysteme
Die verschiedenen Verfahren weisen jeweils eigene Eigenschaften auf und eignen sich für unterschiedliche klinische Situationen.
Photodynamische Therapie (PDT)
Die photodynamische Therapie (PDT) kombiniert einen lichtempfindlichen Wirkstoff mit Licht einer bestimmten Wellenlänge, um gezielt veränderte Zellen zu schädigen.
In der Regel wird zunächst ein photosensibilisierender Wirkstoff auf den zu behandelnden Hautbereich aufgetragen. Anschließend wird dieser einer kontrollierten Lichtquelle ausgesetzt. Durch die Aktivierung des Wirkstoffs entstehen reaktive Sauerstoffspezies, die die behandelten Zellen schädigen können.
Die PDT wird vor allem bei ausgewählten Hautveränderungen und bestimmten Formen von Hautkrebs im Frühstadium eingesetzt. Behandlungsprotokolle, Photosensibilisatoren und Lichtquellen können je nach Zentrum und Indikation variieren.
Wichtige Merkmale
- Nutzt eine Kombination aus Licht und einem photosensibilisierenden Wirkstoff
- Wird lokal angewendet
- Kann für ausgewählte Hautveränderungen geeignet sein
- Wird in der Regel ambulant durchgeführt
Strahlentherapie
Bei der Strahlentherapie werden sorgfältig geplante Dosen ionisierender Strahlung gezielt auf den Behandlungsbereich gerichtet. Zur Behandlung von weißem Hautkrebs stehen verschiedene strahlenbasierte Verfahren zur Verfügung, die sich in ihren physikalischen Eigenschaften und ihrem Behandlungsablauf unterscheiden.
Die Strahlung kann von außerhalb des Körpers appliziert oder mithilfe radioaktiver Quellen bzw. Spezialisierte Systeme werden gezielt in unmittelbarer Nähe des Behandlungsbereichs eingesetzt. Welches Verfahren geeignet ist, hängt unter anderem von Tumormerkmalen, der anatomischen Lage, den Behandlungszielen und der klinischen Beurteilung ab.
Zu den unterschiedlichen Formen zählen:
- Externe Strahlentherapie (EBRT)
- Strahlentherapie mit versiegelten radioaktiven Quellen
- Hautgerichtete Radionuklidtherapie
Externe Strahlentherapie (EBRT)
Bei der externen Strahlentherapie (EBRT) wird mithilfe eines Geräts außerhalb des Körpers eine sorgfältig geplante Dosis ionisierender Strahlung auf den Behandlungsbereich gerichtet.
Moderne Strahlentherapiesysteme ermöglichen eine präzise Behandlungsplanung, bei der unter anderem die Größe und Lage des Tumors sowie angrenzende Gewebestrukturen berücksichtigt werden.
Je nach individuellem Behandlungsplan können mehrere Sitzungen über einen Zeitraum von Tagen oder Wochen erforderlich sein.
Wichtige Merkmale
- Die Strahlung wird von außerhalb des Körpers appliziert
- Die Behandlungsplanung wird individuell auf den Tumor abgestimmt
- Mehrere Behandlungssitzungen können erforderlich sein
- Wird bei zahlreichen Krebsarten eingesetzt
Strahlentherapie mit versiegelten radioaktiven Quellen
Bei dieser Form der Strahlentherapie wird eine versiegelte radioaktive Quelle nahe am oder innerhalb des Behandlungsbereichs positioniert.
Das radioaktive Isotop bleibt dabei in einer geschlossenen Vorrichtung oder einem Applikator eingeschlossen. Die von der Quelle abgegebene Strahlung trifft auf das Zielgewebe, während das radioaktive Material während der gesamten Behandlung physisch eingeschlossen bleibt.
Je nach Verfahren können entsprechende Applikatoren auf oder in unmittelbarer Nähe der Haut positioniert werden, um die Strahlung lokal abzugeben.
Wichtige Merkmale
- Verwendet versiegelte radioaktive Quellen
- Die Strahlung wird in unmittelbarer Nähe des Behandlungsbereichs abgegeben
- Die Behandlungsplanung wird individuell auf den Patienten abgestimmt
- Ermöglicht eine lokal begrenzte Bestrahlung
Dermale Radionuklidtherapie
Eine weitere Form der strahlenbasierten Behandlung nutzt unversiegelte Radioisotope, die mithilfe spezieller Applikationssysteme gezielt im Behandlungsbereich eingesetzt werden.
Ein Beispiel ist die Radionuklidtherapie mit dem Radioisotop Rhenium-188. Dabei wird eine Rhenium-188-haltige Paste auf eine spezielle Schutzfolie aufgetragen, die sich der Form des Tumors anpasst. Die Schutzfolie verhindert den direkten Kontakt der Paste mit der Haut.
Die Behandlung nutzt die von Rhenium-188 emittierte Betastrahlung. Aufgrund ihrer begrenzten Eindringtiefe wird die Energie gezielt im Behandlungsbereich abgegeben, während tiefer liegende Gewebestrukturen nur begrenzt exponiert werden.
Wichtige Merkmale
- Rhenium ist ein Beta-Strahler, das in einer speziellen Farbe gebunden ist
- Die Paste wird auf eine Schutzfolie über dem Behandlungsbereich aufgetragen
- Nutzt ein speziell entwickeltes Applikationssystem
- Nutzt die physikalischen Eigenschaften der Betastrahlung
Strahlung in der Hautkrebsbehandlung verstehen
Strahlenbasierte Therapien nutzen unterschiedliche Technologien, beruhen jedoch auf der kontrollierten Abgabe von Strahlungsenergie im Behandlungsbereich.
Wie die Strahlung auf das Gewebe wirkt, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:
- Art der eingesetzten Strahlung
- Abgegebene Energie
- Eindringtiefe
- Geometrie des Behandlungsfelds
- Eigenschaften des zu behandelnden Tumors
Diese physikalischen Eigenschaften spielen eine wichtige Rolle bei der Beurteilung, welches Behandlungsverfahren für einen Patienten geeignet ist.
Die geeignete Therapie auswählen
Nicht jede Behandlung ist für jeden Patienten oder jeden Tumor gleichermaßen geeignet. Bei der Wahl der Therapie berücksichtigt der behandelnde Arzt unter anderem:
- Art des weißen Hautkrebses
- Größe und Tiefe des Tumors
- Anatomische Lage
- Bisherige Behandlungen
- Allgemeinen Gesundheitszustand
- Individuelle Behandlungsziele
Patienten sollten die verfügbaren Behandlungsoptionen, die zu erwartenden Ergebnisse sowie mögliche Risiken gemeinsam mit ihrem behandelnden Arzt besprechen.
Mehr über Ihre Behandlungsoptionen erfahren
Ein besseres Verständnis der verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten kann dabei helfen, gemeinsam mit dem behandelnden Arzt eine fundierte Therapieentscheidung zu treffen. Wenn bei Ihnen weißer Hautkrebs diagnostiziert wurde, besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Behandlungsansätze für Ihre individuelle Situation geeignet sind.
Diese Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und ersetzen keine individuelle medizinische Beratung. Behandlungsentscheidungen sollten stets gemeinsam mit dem behandelnden Arzt oder einer entsprechend qualifizierten medizinischen Fachkraft getroffen werden.
Quellen:
- NCCN Clinical Practice Guidelines in Oncology: Basal Cell Skin Cancer.
- NCCN Clinical Practice Guidelines in Oncology: Squamous Cell Skin Cancer.
- European Association of Dermato-Oncology (EADO) Guidelines for Non-Melanoma Skin Cancer.
- Morton CA et al. European guidelines for topical photodynamic therapy.
- Guinot JL et al. Brachytherapy in skin cancer management.
- Delishaj D et al. Modern radiotherapy techniques for non-melanoma skin cancer.
- Rhenium-SCT® Instructions for Use and approved product documentation.
- Published peer-reviewed clinical studies evaluating rhenium 188 epidermal radionuclide therapy.